Glücksspiel-Aktien an der Börse

Kann man mit der Sünde Geld verdienen?

Jeder, der schon mal in Las Vegas war, kennt sie, die grossen Resorts und Paläste. Die goldenen Figuren am Springbrunnen, die den Eingangsbereich säumen. Wo kommt die ganze Kohle her? Natürlich von den Spielern. Während es in den 80er und 90er Jahren noch mehrheitlich die Verluste der Spieler waren, die für den Bau der grossen Luxus-Tempel verwendet wurden, hat es sich heute etwas verschoben. Während die Casino-Gewinne immer noch sehr wichtig sind, wird mehr als die Hälfte der Gewinne in Vegas mit Entertainment und Restaurants erwirtschaftet. Sie können mitverdienen:

Wer sind die grossen Gewinner in Las Vegas und online?

...in Las Vegas

MGM Resorts International

In 2009 stand MGM kurz vor dem Konkurs. Der Partner Dubai World war nicht zahlungsfähig und das Riesenprojekt ARIA und das Crystals Shopping Center mittem im Bau. Der Vdara Tower war geplant als Gebäude für Wohnungseigentümer, in der Finanzkrise fanden sich aber nicht genug Käufer. Die Pleite konnte gerade noch so abgewendet werden. Heute, einige Jahre später, steht MGM sehr gut da. Es besitzt am Las Vegas Strip die Flagschiffe ARIA und Bellagio. Dazu kommen eine Vielzahl von Objekten wie das Mandalay Bay oder Luxor. Wir möchten hier nicht alle aufzählen. Was für MGM spricht, und auch deren Aktie, ist der gute Zustand aller ihrer Objekte (MGM Park wurde gerade erst komplett renoviert) und die hohe Auslastung bei Messen und Veranstaltungen.

Caesars Entertainment

Caesars hat eine ähnliche Vergangenheit wie MGM, litt unter Finanzkrise 2009 aber noch heftiger. Grund waren die enormen Schulden, die ein Konsortium von Equity Investoren dem Unternehmen aufgeladen hatte. Caesars ist bis heute hauptsächlich damit beschäftigt, seine Schulden zu bedienen. In den Jahren 2010 bis 2013 litten die Buchungen auch darunter, dass sich ein Renovierungstau in den Zimmern der Hotels aufgetan hatte. Das Unternehmen lagerte die Gebäude in einen REIT aus, um wieder Zugang zu Finanzierungen zu haben. Dies war erfolgreich und heute sind die meisten Zimmer auf neuestem Stand und renoviert. Die Flagschiffe der Gruppe sind das Caesars Palace und das Flamingo Hotel. Mit der wieder erlangten Wettbewerbsfähigkeit gegenüber MGM würden wir die Aktie empfehlen - wenn da nicht die immer noch sehr hohen Schulden wären. Sobald diese abgebaut werden können, würden wir CZR ins Depot legen.

Boyd Entertainment

Boyd war die mit Abstand die beste Aktie der letzten Jahre. Warum? Boyd konzentriert sich auf den sogenannten "Locals Market" in Las Vegas. Das sind die 2 Millionen Einwohner, die Las Vegas selbst zu bieten hat. Und hier ist eine Menge Potenzial. Die Idee von Boyd war: wer den ganzen Tag Blackjack-Karten auf den Tisch legt als Dealer, spielt vielleicht in seiner Freizeit auch hier und da. Das ist der Fall, zusammen mit einer Menge Rentnern, die ihren Lebensabend in Vegas verbringen, gibt das eine grosse Masse an lokalen Spielern, die Boyd bedient. Die Boyd-Casinos sind über die ganze Stadt verteilt und erfreuen sich grosser Beliebtheit. Boyd hat auch spezielle Ideen: Die Firma kaufte eine eigene Boeing und fliegt mit dieser zwischen Hawaii und Las Vegas hin und her. Die Maschine bringt loyale Spieler, wann immer sie wollen, ins Glücksspiel-Paradies. Aus diesem Grunde ist das California-Hotel in Las Vegas Downtown voll mit Spielern aus Hawaii. Aloha! Die Aktie ist ein Kauf, die amerikanische Wirtschaft wird noch für eine Weile boomen.

...und wer ist der grosse Gewinner Online?

Kindred PLC

Besonders auf dem skandinavischen Markt ist die Kindred PLC aktiv. Wenn Sie bei Unibet oder Roxypalace gespielt haben, wird Ihnen der Anbieter bekannt sein. Die Lust auf Wachstum ist bei dieser Gesellschaft recht ausgeprägt, erst kürzlich wurde die englische 32Red übernommen. Während Unibet ein Multiplattform-Anbieter ist, konzentriert sich 32Red auf Microgaming-Spiele. Gerade 32Red ist für eine sehr spielerfreundliche Kultur bekannt, wir hoffen, das dies sich auch bei Unibet niederschlägt. Wir würden die Aktie aktuell nicht kaufen.

William Hill

William Hill ist ein klassischer Sportwetten-Anbieter in Grossbritannien, mit einer grossen Casino-Abteilung. William Hill hat zu kämpfen mit der schlechten Konjunktur in England, Stichwort: Brexit. Durch politische Interventionen im FOBT-Markt sind ein guter Teil der Profite in der Zukunft nicht mehr erzielbar. FOBT sind in England die Kneipenautomaten, wie wir sie in Deutschland kennen. William Hill hat einige Playtech Casinos gekauft, die auch durch Skandale bekannt wurden.

GVC Holdings

Wenn Sie ein absolutes Power-House im Gambling-Markt suchen, sind Sie bei GVC an der richtigen Adresse. Das Management ist sehr gut und besticht durch einen klaren Fokus auf den Markt und Chancen, die sich ergeben. GVC hat klein angefangen, mittlerweile aber Bwin und Ladbrokes übernommen, beides wichtige Player in ihren Märkten. Dazu gehören noch einige Playtech Casinos wie SCasino und Casino Las Vegas, neben dem ehemaligen Roulette-Marktführer in Deutschland: CasinoClub. Wir glauben, der Übernahmehunger der Firma und des Managements wird nicht so schnell versiegen. In der Vergangenheit wurden alle Firmen zu vernünftigen Preisen gekauft, daher würden wir die Aktie kaufen.

LeoVegas

LeoVegas ist ein gutes Casino, welches die Multiplattform adoptiert hat. Das heisst, so gut wie jeder Softwareanbieter ist auf der Plattform präsent. Für Spieler perfekt, es ist wirklich für jeden etwas dabei. Von Live-Spielen zu allem, was man in Vegas findet, wie Baccarat, Blackjack und Roulette bis hin zu über 400 Spielautomaten. Das Casino ist recht erfolgreich, mit fast 100 Millionen in Netto-Einnahmen letztes Jahr. Die Gesellschaft ist um die 500 Millionen Euro wert, hat aber schon wesentlich bessere Zeiten gesehen. Auf 2-Jahressicht ist die Aktie um über 50% im Minus. Das liegt nicht am Management, es ist die heftige Konkurrenzsituation. Im Wochentakt gibt es neue Casinos mit den gleichen Spielen. Wir würden die Aktie auch auf dem tiefen Niveau nicht kaufen. Eine Übernahme ist allerdings sehr wahrscheinlich auf dem aktuell sehr tiefen Preis.

Mr Green

Die Firma wurde gerade von William Hill übernommen.